Einführung in die Achtsamkeit – Die Basis für Meditation

AchtsamkeitSicherlich hast du schon einmal etwas von Achtsamkeit oder Achtsamkeitsmeditation gehört, der Begriff ist heutzutage nichts Fremdes mehr. Jeder, der sich mit Persönlichkeitsentwicklung oder Entspannungstechniken befasst, wird früher oder später auf das Thema „Achtsamkeit“ stoßen.

Achtsamkeit ist die Basis für Meditation und gehört meiner Meinung nach zum Wirkungsvollsten überhaupt. Achtsamkeit ist nicht schwer zu erlernen, und wenn du das Konzept der Achtsamkeit erst einmal verinnerlicht hast, wirst du viel freier und losgelöster leben und deinen Mitmenschen ganz anders begegnen.

 

Was ist Achtsamkeit?

Achtsam zu sein bedeutet, ganz im Hier und Jetzt zu leben. Du nimmst den gegenwärtigen Moment mit allen Sinnen bewusst wahr. Du lebst nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft, sondern genau JETZT.

 

Achtsamkeit ist ein bewusstes Wahrnehmen, von dem, was gerade ist!

 

Du nimmst an, was im Moment da ist, und begegnest allem mit einer Haltung der Neugier, der Offenheit und des Wohlwollens. Du behandelst Menschen mit Liebe und Akzeptanz, ohne dass du sie beurteilst oder bewertest. Du bist achtsam für deine Gefühle, deine Gedanken und für deinen Körper. Achtsamkeit bedeutet, liebevoll mit sich selbst und anderen umzugehen.

Achtsamkeit kannst du in jedem Moment praktizieren. Natürlich gibt es auch spezielle Achtsamkeitsübungen dazu, aber im Grunde ist jeder Moment, den du bewusst wahrnimmst, eine kleine Übung für sich.

Dafür musst du ein Gespür entwickeln, eine Achtsamkeit für die Achtsamkeit. Wenn du spürst, dass du schon wieder über irgendetwas nachgrübelst, kannst du dir diese Tatsache bewusst machen und deine Aufmerksamkeit wieder gezielt auf deine Atmung lenken.

Der Atem ist der Anker der Achtsamkeit. Der Atem ist immer gegenwärtig, denn du atmest nicht gestern oder morgen, sondern genau jetzt. Auch deine Sinne führen dich schnell zur Achtsamkeit zurück. Lenke deine Aufmerksamkeit auf das, was du gerade hörst, siehst, riechst oder was du mit deinen Füßen und Händen gerade spürst.

Frage dich: Habe ich jetzt, genau in diesem Moment, ein Problem? Nicht gestern, nicht morgen, sondern genau jetzt! Du wirst sehen, dass der gegenwärtige Moment perfekt ist, so wie er ist!

 

Vorteile des achtsamen Lebens

Entspannung durch Achtsamkeit

Bei der Achtsamkeit geht es darum, die Gefühle, die Gedanken und die Körperempfindungen zuerst einmal bewusst wahrzunehmen. Wenn du angespannt bist, dann achte darauf, wo du die Anspannung spürst, wie sie sich anfühlt und was du darüber denkst. Du betrachtest einfach alle Empfindungen, die da sind, mit Neugierde, Akzeptanz und Wohlwollen und ohne die Empfindung ändern zu wollen. Dies geschieht dann mit der Zeit ganz von selbst!

 

Den Körper bewusster wahrnehmen

Durch die Achtsamkeit lernst du wieder stärker auf deinen Körper zu hören und auf das, was er dir mit verschiedenen Signalen sagen will. Wie liebevoll gehst du mit deinem Körper um? Ignorierst du Stress und körperliche Beschwerden? Wie gehst du mit Müdigkeit oder dem Hungergefühl um? Gibst du deinem Körper, was er braucht?

Wie begegnest du Schmerzen? Reagierst du mit Ärger, Angst oder Resignation? Dies sind ganz natürliche Reaktionen, jedoch sorgen sie für noch mehr Anspannung im Körper. Wenn dann der Schmerz wiederholt auftaucht, verstärkt sich diese negative Reaktion zunehmend. Du empfindest dann nicht nur körperlichen, sondern auch psychischen Schmerz.

Wenn du den Schmerz hingegen mit Neugier, Akzeptanz und Wohlwollen betrachtest und gezielt in den Bereich atmest, wo du den Schmerz wahrnimmst, wehrst du dich nicht mehr gegen ihn und er kann sich auflösen.

 

Gedanken beruhigen

Ähnlich wie bei den körperlichen Empfindungen geht es auch bei den Gedanken darum, sie bewusst wahrzunehmen. Du betrachtest die Gedanken aus der Distanz und beobachtest, was sich in deinem Geist abspielt. Durch Achtsamkeit erkennst du schädliche Gedanken schneller und kannst ihnen entgegenwirken. Übungen dazu findest du hier.

 

Negative Gefühle besänftigen

Deine Gefühle bestimmen dein Denken und wirken sich auf deinen Körper aus. Wenn du verärgert oder traurig bist, hast du andere Gedanken, als wenn du glücklich und gelöst bist und alles leicht und unbeschwert ist. Der Körper kann auf negative Gefühle mit Kopfschmerzen oder Magenbeschwerden reagieren, was nicht gerade zur besseren Stimmung beiträgt.

Du kannst negative Gefühle abschwächen, indem du sie bewusst wahrnimmst und dich fragst, was hinter dem Gefühl steckt. Hinter jedem negativen Gefühl steckt eine Angst. Wenn du diese erkennst, bist du schon einen großen Schritt weiter. Sei dir der Tatsache bewusst, dass alle Gefühle vergänglich sind und nicht auf Dauer bestehen bleiben. Beobachte das Gefühl, aber identifiziere dich nicht mit ihm. Du bist nicht das Gefühl, sondern du beobachtest es nur aus der Distanz. Akzeptiere das Gefühl und betrachte es mit Neugier, anstatt dich dagegen zu wehren.

Loslassen durch Achtsamkeit

Alles auf der Welt befindet sich im ständigen Wandel, im Fluss des Lebens, und ist vergänglich. Was passiert, wenn du dich zu sehr an Dinge klammerst? Du hast Angst sie wieder zu verlieren! Doch wenn du weißt, dass Dinge kommen und gehen, dann macht es doch keinen Sinn Dinge festhalten zu wollen, oder?

Umso mehr du dich an etwas klammerst, umso größer wird die Enttäuschung sein, wenn du es verlierst. Der Dalai Lama beschreibt in seinem „Buch der Menschlichkeit“, dass das Anhäufen von Besitz nicht zu mehr Glück führt. Denn wenn du viel besitzt, ist deine Angst alles wieder zu verlieren auch sehr groß.

Achtsamkeit hilft dir zu überprüfen, was du alles festhältst. Du kannst Dinge erst dann loslassen, wenn du dir bewusst wirst, dass du dich an sie klammerst.

Das Loslassen bezieht sich nicht nur auf materielle Dinge. Du kannst ebenso negative Gefühle, Schmerzen oder die Vergangenheit loslassen. Genauso kannst du jemandem vergeben, der dir Leid zugefügt hat, auch das ist loslassen.

 

Achtsamkeit gegen Stress

Stress ist ein körperlicher und psychischer Zustand. Er entsteht dann, wenn du eine Situation als gefährlich einstufst und das Gefühl hast, die Situation mit den vorhandenen Mitteln nicht bewältigen zu können.

Durch Achtsamkeit erkennst du schneller die Anzeichen für Stress und lernst die entsprechenden Alarmsignale deines Körpers kennen. Du kannst dann gezielt einlenken und den Stress reduzieren. Mit dem Abbau von Stress stärkst du gleichzeitig dein Immunsystem.

Wie gehst du mit Stress um? Ignorierst du ihn, indem du dich ablenkst oder Aufputschmittel benutzt? Oder nimmst du dir bewusst Zeit für dich, um dir etwas Gutes zu tun, indem du Sport treibst, meditierst, ein Bad nimmst oder Freunde triffst? Beobachte deine Reaktion auf Stress und überprüfe, ob du dabei achtsam mit dir umgehst.

 

Wir springen den ganzen Tag von einer Sache zur nächsten, die Hälfte der Dinge, die wir machen, sind reine Zeitverschwendung und dienen nur dazu uns abzulenken. Wir stopfen den ganzen Tag mit unnützen Aktivitäten voll und beklagen uns dann darüber, dass wir nie Zeit haben.

 

Im Fluss des Lebens sein

Mache alles, was du tust, mir voller Hingabe und Aufmerksamkeit. Es können angenehme oder unangenehme Dinge sein. Sei mit allen Sinnen ganz bei deiner derzeitigen Tätigkeit, sodass du völlig darin aufgehen kannst.

Werde dir bewusst, was dir wirklich wichtig ist im Leben und richte dein Leben mehr danach aus. Ist es wirklich die Arbeit und das Geld oder doch Freunde und Familie, die Natur genießen oder auf Reisen gehen?

 

Indem wir uns dem Fluss des Lebens vollkommen anvertrauen und keinen Widerstand leisten, können wir wahre Geborgenheit in uns selbst finden. Indem wir ganz in die Dinge eintauchen, können wir dem Leben hautnah kommen. Dem Leben nahe zu sein, schenkt Kraft, Vertrauen und Heiterkeit. Auch entwickeln wir dadurch die Achtsamkeit und Offenheit, die wir brauchen, um zu erkennen, dass die wichtigste Stunde immer die jetzige ist und der wichtigste Mensch immer der ist, dem wir jeweils begegnen. (Aljoscha Long, Ronald Schweppe)

 

Zusammenfassung

Zunächst einmal solltest du alle Erwartungen ablegen, so gut du kannst. Denn wenn du dir gleich zu hohe Ziele setzt und zu viel von der Achtsamkeit erwartest, setzt du dich automatisch unter Druck und bist nicht mehr achtsam.

 

Setze dich nicht unter Druck, mach kleine Schritte und löse dich von der Vorstellung, alles gleich perfekt machen zu müssen!

 

Was willst du durch Achtsamkeit erreichen? Verbindest du ein Ziel damit? Die größten Wirkungen wirst du dann erzielen, wenn du nichts erwartest und einfach schaust, was passiert. Dann kannst du alles annehmen, was kommt. Habe Geduld und Vertrauen! Es gibt doch nichts Schöneres als jeden Moment mit Neugier zu betrachten, oder?

Frage dich während des Tages immer wieder: Bin ich gerade achtsam? Erledige ich die Dinge schnell und lieblos oder mit voller Hingabe und Zuwendung?

Achtsamkeit beansprucht keine zusätzliche Zeit. Du tust, was du tust, nur machst du es aus einer anderen Haltung heraus und bist dabei wacher und aufmerksamer.

Beobachte deine Gedanken, Gefühle und deinen Körper und nimm alles wahr, was gerade da ist. Begegne allen Empfindungen mit einer Haltung der Neugier, Akzeptanz und Offenheit. Du kannst somit früher auf Anzeichen von Stress, negativen Gedanken und Gefühlen reagieren.

Wehre dich nicht gegen das, was ist und du kommst in den Fluss des Lebens.

 

Unser wahres Zuhause ist der gegenwärtige Augenblick. Wenn wir wirklich in der Gegenwart leben, verschwinden unsere Sorgen und Nöte, und wir entdecken das Leben mit all seinen Wundern. (Thich Nhat Hanh)

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