Schmerzen lindern – Meditation als natürliches Heilmittel

Schmerzen lindernOft genügt schon ein kleiner Schmerz als Auslöser, um die wildesten Sorgen und Ängste in uns loszutreten.

Wir reagieren dann verunsichert und malen uns in Gedanken gleich die schlimmsten Krankheiten und Horrorszenarien aus.

Du kennst das sicher auch, oder?

Vielleicht gehörst du auch zu den Leuten, die dann gleich noch anfangen im Internet zu recherchieren?

Spätestens, wenn du die ganzen Geschichten und Kommentare zu deinen Beschwerden liest, wird dir angst und bange. Vor allem dann, wenn du schon von Haus aus eher ein ängstlicher Typ bist.

Darum gleich der erste Tipp:

Hör auf dir selbst Diagnosen zu stellen und im Internet über Beschwerden nachzulesen, es bringt dich keinen Schritt weiter, sondern macht dich nur noch ängstlicher. So machst du ganz leicht aus einer Mücke einen Elefanten und du gerätst immer tiefer in eine negative Gedankenspirale.

Die Sache ist nämlich die: Du entwickelst dann zum körperlichen Schmerz zusätzlich einen psychischen Schmerz, wodurch die ursprünglichen Beschwerden noch verstärkt werden!

In diesem Beitrag erfährst du, wie du Schmerzen ganz ohne Chemie und Medikamente effektiv lindern kannst.

 

Was sind Schmerzen überhaupt?

Schmerzen sind Warnsignale, die unseren Körper schützen sollen. Durch Schmerzsignale meldet uns das Gehirn, dass wir aktiv werden müssen, um beispielsweise eine Verletzung zu behandeln.

Die Auslöser können körperliche Verletzungen sein wie Schürfwunden, Meniskusprobleme oder ein gebrochener Arm. Ebenso können Entzündungen, Zahnschmerzen oder Faktoren wie Kälte oder Hitze Schmerzen erzeugen.

Auch durch Stress und hohe Belastungen können psychosomatische und chronische Schmerzen verursacht werden. Hier ist der Auslöser psychisch bedingt, der Schmerz wird jedoch körperlich wahrgenommen.

 

Wozu sind Schmerzen gut?

Schmerzen sind überlebenswichtig. Durch Schmerzen lernen wir unsere Grenzen kennen und auf unseren Körper zu hören. Von klein auf lernen wir, was gefährlich ist und was nicht, dadurch können wir Gefahren gezielt einschätzen und vermeiden.

Du fragst dich jetzt vielleicht, was das Ganze mit Meditation zu tun hat? Dazu gleich weiter unten mehr. Nur schon mal so viel – Meditation kann Schmerzen natürlich heilen und deine Perspektive zum Schmerz verändern und so deutlich zur Linderung beitragen.

 

Wie reagierst du auf Schmerzen?

Wir neigen dazu uns abzulenken, wenn irgendwelche Wehwehchen auftauchen. Zusätzlich reagieren wir mit Ärger über den Schmerz und erzeugen unbewusst negative Gedanken. Zum Beispiel:

Was ist, wenn der Schmerz schlimmer wird?

Bin ich krank?

Muss ich zum Arzt?

Bin ich in Gefahr?

Was kann mir alles passieren?

Wie kann ich meinen Schmerz lindern?

 

Wir fühlen uns bedrängt und angespannt. Manchmal reagieren wir auch resigniert oder hilflos.

Was haben alle diese Reaktionen gemeinsam? Sie bewirken, dass wir mit dem Schmerz oder der unangenehmen Empfindung im Widerstand sind. Du kannst dir sicher denken, dass dies nicht sehr förderlich ist.

Denn wenn du dich dem widersetzt, was ohnehin da ist, wird es nicht besser, sondern schlimmer!

Schmerzen oder Krankheiten lösen oft Stressreaktionen aus, die den Genesungsverlauf ebenfalls beeinträchtigen können. In den nächsten Schritten zeige ich dir, was du dagegen tun kannst.

Wie kann man Schmerzen lindern?

Schritt 1: Nimm an, was da ist!

Der erste Schritt ist zu akzeptieren, was gerade da ist. Das heißt nicht, dass du jetzt vor Freude jubeln musst, weil dir etwas weh tut. Es bedeutet, dass du genau hinschauen sollst, wie sich die Empfindung anfühlt und dass du sie annimmst, wie sie gerade ist, ganz ohne Widerstand.

Suche den körperlichen Reiz, nimm ihn bewusst wahr und akzeptiere ihn. Wenn beispielsweise dein Arm schmerzt, dann konzentriere dich ganz auf diese Empfindung, atme gezielt dorthin und begegne dem Schmerz mit Neugier, Akzeptanz und Wohlwollen. Fühle, wo genau du den Schmerz wahrnehmen kannst und wie er sich anfühlt. Konzentriere dich auf jede Kleinigkeit.

Durch diese Übung wird sich der Schmerz mit der Zeit verringern, weil der psychische Schmerz abnimmt. Sprich, die ganzen Ängste, der Ärger und die Unsicherheit können sich auflösen und es bleibt nur noch der tatsächliche körperliche Schmerz übrig. Mit der Zeit wird sich auch dieser verflüchtigen.

Schmerzen kannst du nicht vermeiden, Leiden schon! Das folgende Zitat sagt mehr als 1000 Worte:

 

„Schmerz betrifft den Körper, Leiden den Geist. Jenseits des Geistes gibt es kein Leiden. Schmerz sichert im Wesentlichen das Überleben des Körpers, aber niemand zwingt uns zu leiden. Leiden entspringt einzig dem Festhalten und Widerstehen: Es ist ein Zeichen für den Unwillen, den nächsten Schritt zu machen und sich dem Fluss des Lebens hinzugeben. Wie ein gesundes Leben frei von Schmerzen ist, so ist das spirituelle Leben frei von Leiden. Ein spiritueller Mensch will nicht, dass die Dinge anders sind, als sie sind. Er weiß, dass sie unvermeidlich sind, wenn man alles bedenkt. Er geht freundlich auf das Unvermeidliche zu und leidet deshalb nicht. Sicher kennt er den Schmerz, aber der Schmerz zerbricht ihn nicht. Wenn er kann, tut er das Nötige, um das Gleichgewicht wiederherzustellen, oder er lässt den Dingen ihren Lauf“. (Nisargadatta)

 

Schritt 2: Schmerzen sind von sich aus neutral

Grundsätzlich ist jeder Schmerz eine neutrale Empfindung. Dein Knie schmerzt, du nimmst wahr: Mein Knie tut weh. Dies ist prinzipiell weder gut noch schlecht, es ist einfach, wie es ist. Erst du gibst dem Ganzen durch deine Interpretation der Empfindung eine Bedeutung, in diesem Fall vermutlich eine negative. Dann kommt wieder der vorher beschriebene psychische Schmerz dazu.

Versuche die Empfindung neutral wahrzunehmen. Spüre den Schmerz und akzeptiere, dass er da ist, aber sorge dich nicht weiter. Denn es ist einfach nur eine neutrale Empfindung. Wenn du das erkennst, wird sich der Schmerz lindern.

Es ist nicht leicht ohne Bewertung zu reagieren, denn mit Schmerzen assoziieren wir automatisch etwas Negatives. Wir sind es gewohnt so zu reagieren und eingefahrene Gewohnheiten wird man nur schwer wieder los.

Versuche dennoch deine Perspektive zu ändern und Schmerzen ganz neutral zu betrachten, mit der Zeit wird es dann einfacher und du wirst künftig gelassener auf sie reagieren.

 

Tipp:

Nimm gedanklich eine Vogelperspektive ein. Betrachte dich selbst und deinen Schmerz aus großer Entfernung von oben, sodass du nur noch ein kleiner Punkt bist. Frage dich dann: Ist der Schmerz wirklich so schlimm? Diese gefühlte räumliche Distanz kann dir dabei helfen, dich auch emotional von deinem Schmerz zu distanzieren. Im großen Gesamtbild deines Lebens wird der Schmerz plötzlich sehr unbedeutend.

 

Schritt 3: Identifiziere dich nicht mit deinen Schmerzen

 

Identifiziere dich nicht mit deinen Schmerzen! Du bist nicht dein Schmerz, du bist von ihm getrennt, sonst könntest du ihn nicht beobachten!

 

Lies diesen Satz ruhig noch einmal und werde dir klar:

Du bist nicht dein Schmerz, du nimmst ihn nur wahr und beobachtest ihn. Betrachte den Schmerz aus der Distanz und erforsche ihn, aber sei dir klar darüber, dass es nur eine Empfindung ist, die kommt und geht.

Wir befinden uns ständig im Fluss des Lebens, alles kommt und geht. Wenn du dir dieser Tatsache bewusst wirst, ist alles nur noch halb so schlimm.

 

Schritt 4: Meditation – Schmerzen natürlich lindern

Durch Achtsamkeit und Meditation kannst du dich besser von deinen Schmerzen distanzieren, indem du dir bewusst wirst, dass du nur Beobachter deiner Empfindungen bist. Gleichzeitig setzt du dich aber gezielt mit deinen Schmerzen auseinander, anstatt sie zu ignorieren.

Der Body-Scan ist die ideale Meditationsübung dazu. Du nimmst deinen Körper ganz bewusst von den Füßen bis zum Kopf wahr und nimmst alles an, was da ist. Wenn kein Schmerz auftaucht -> gut. Wenn ein Schmerz auftaucht -> auch gut! Du musst dich dabei nicht einmal bewegen, du meditierst einfach nur und deine Leiden werden sich allmählich beruhigen.

Durch Achtsamkeitsübungen, wie der Body-Scan Meditation, wirst du zudem feinfühliger für deinen Körper, du wirst sensibler für alle möglichen Empfindungen und entwickelst somit ein starkes Körperbewusstsein. Dies hilft dir schädliche Gewohnheiten leichter loszulassen.

Meditation hilft dir dabei, mit allen Sinnen ganz im Hier und Jetzt zu sein. Vielleicht spürst du genau in diesem Augenblick einen Schmerz. Das heißt aber nicht, dass er morgen, in einer Woche oder in einem Monat auch noch da sein muss. Sei ganz im gegenwärtigen Moment, denke nicht an gestern oder an morgen, dann wirst du sehen, dass es keine Probleme gibt.

Eine weitere Wirkung der Meditation betrifft die Stärkung des Immunsystems. Mit der Zeit entwickelst du eine starke Widerstandskraft und wirst dadurch weniger anfällig für Krankheiten.

Viele chronische und psychosomatische Beschwerden entstehen durch Stress. Meditation beugt Stress vor und wirkt ihm aktiv entgegen. Somit ist auch das Risiko zu erkranken geringer.

 

Zusammenfassung

Zwei Sachen sind ganz wichtig, wenn du Schmerzen lindern willst:

Punkt 1:

Nimm eine andere Perspektive ein. Betrachte den Schmerz nicht als etwas Schlechtes, sondern ganz neutral als das, was er ist, nämlich nur eine Empfindung. Schau ihn dir genau an und betrachte ihn mit Neugier und Akzeptanz. Identifiziere dich nicht mit deinem Schmerz, sondern beobachte ihn einfach nur mit dem Wissen, dass alles im Leben kommt und geht.

Punkt 2:

Meditiere! Du kannst Meditation als natürliche Alternative zur Schmerzlinderung anwenden, ganz ohne Chemie und Medikamente. Praktiziere regelmäßig den Body-Scan, mach verschiedene Atemübungen und atme gezielt dahin, wo du die Empfindung wahrnimmst.

Extra Tipp:

All diese Übungen kannst du genauso anwenden, um negative Gefühle und Gedanken loszuwerden. Es funktioniert nach dem gleichen Prinzip!

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